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Stellungnahme von NEVSO: Freiwilligendienste angesichts einer Zunahme von Nationalismus und Diskriminierung

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Mit Sorge beobachten wir eine Zunahme nationalistischer Strömungen in Europa.

In vielen Mitgliedsstaaten der EU gewinnen rechtspopulistische Parteien im Parlament an Einfluss. Die Folgen davon sind die zunehmende Ausgrenzung von Geflüchteten und Migrant*innen und Gewalt gegen Andersdenkende. Demokratische Grundrechte wie Presse- und Meinungsfreiheit werden eingeschränkt. Zudem haben Diskriminierung, Antisemitismus (siehe Studie der Europäischen Kommission zu Antisemitismus) und offener Rassismus in den letzten Jahren wieder zugenommen.

Diese Entwicklungen stehen im Widerspruch zu den Werten, für die die internationalen Freiwilligendienste stehen, Toleranz, Völkerverständigung, Demokratie und Vielfalt:

  • Freiwillige arbeiten in Projekten mit, die sich bewusst für Ausgegrenzte, Benachteiligte und für Vielfalt engagieren. Sie setzen sich intensiv mit Themen wie Antisemitismus oder Rassismus auseinander und arbeiten mit und für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind.
  • Freiwillige lernen, sich in einem interkulturellen Kontext und internationalen Team zu bewegen. Dadurch lernen sie, für sie Selbstverständliches und Gewohnten zu hinterfragen.
  • Freiwillige reflektieren in Seminaren gemeinsam ihre Rolle(n), die Frage der Identität(en), Privilegien und (damit) einhergehenden Herausforderungen. Durch die Konfrontation und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensrealitäten werden Freiwillige dazu angeregt, sich aus ihrer „Komfortzone“ heraus zu bewegen.
  • Freiwillige werden durch die Bildungsarbeit darin unterstützt, sich zu solidarischen, aufgeschlossenen, kritischen Menschen zu entwickeln. Sie übernehmen Verantwortung für andere und lernen Demokratie zu leben.

NEVSO setzt sich als Netzwerk von Trägern internationaler Freiwilligendienste für Vielfalt und für ein friedliches Miteinander zwischen den unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Religionen ein. Die NEVSO-Mitglieder rufen anlässlich der Wahl zum Europaparlament alle Bürger*innen der EU dazu auf, sich aktiv für Demokratie und den Erhalt des „Friedensprojektes Europa“ zu engagieren, mit Diskriminierten solidarisch zu sein und Parteien zu wählen, die sich für die demokratischen Grundrechte stark machen.

Kontakt:
Sara Mieth
European Liaison Officer
s [dot] mieth [at] nevso [dot] eu

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