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Für die Träger sind 10 Jahre „weltwärts“ ein großer Erfolg – zugleich sehen Interessenverbünde bei dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst noch Handlungsbedarf

10 Jahre, nachdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und zivilgesellschaftliche Organisationen den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts auf den Weg gebracht haben, ziehen die deutschen Interessenverbünde der Träger eine positive Bilanz: „weltwärts stärkt das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung zur Umsetzung der Agenda 2030, bei den Freiwilligen, bei den beteiligten Partnerorganisationen im Norden und Süden und bei den Menschen im Umfeld der Freiwilligen“, heißt es in einem Thesenpapier. Ohne direkt Bezug auf die jüngsten rechtsradikalen Vorfälle zu nehmen, stellen sie mit Blick auf die Lernprozesse bei den Freiwilligen fest: „Die Begegnung mit Menschen in anderen Kulturkreisen und sozialen Zusammenhängen ist eine gute Grundlage, um Vorurteile und Ängste dem Unbekannten gegenüber abzubauen, Toleranz zu stärken sowie die Erkenntnisse in der eigenen Gesellschaft zu reflektieren und ein Zeichen gegen den in vielen Ländern der Welt wachsenden Nationalismus und Populismus zu setzen.“  

Wichtig ist den Interessenverbünden, dass durch die sogenannte Süd-Nord-Komponente seit 2013 auch junge Menschen aus dem globalen Süden einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Deutschland leisten können. Zugleich stehen administrative Rahmenbedingungen und Probleme mit Visagenehmigungen in einigen Ländern der Gleichwertigkeit von Entsendungen und Aufnahmen derzeit aber noch im Wege.

Grundsätzlich positiv bewerten die Interessenverbünde die Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft im sogenannten Gemeinschaftswerk. Eine Herausforderung bleibt die direkte Beteiligung der Partner im Globalen Süden, auf die das Programm angewiesen ist. „Wenn wir weltweite entwicklungspolitische Freiwilligendienste im Sinne der Agenda 2030 schaffen wollen, müssen wir unsere Strukturen und unsere Arbeit immer wieder reflektieren und mit postkolonialen Kriterien hinterfragen!“ heißt es am Schluss des Thesenpapiers.

Die Thesen wurden von den vier an weltwärts beteiligten Interessenverbünden erarbeitet, zu denen das evangelische Forum entwicklungspolitischer Freiwilligendienst (eFeF) gehört. eFeF besteht aus 36 kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen, die derzeit insgesamt 870 Freiwilligen einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Rahmen von weltwärts ermöglichen (650 Freiwillige im Nord-Süd Programm, 220 Freiwillige im Süd-Nord Programm). Die im eFeF zusammenarbeitenden Organisationen begrüßen, dass durch weltwärts ihre z.T. seit den 1950er Jahren bestehende Freiwilligendienst- und entwicklungspolitische Arbeit ausgebaut und internationale Partnerschaften vertieft werden konnten.

Ansprechpersonen (SprecherInnen von eFeF): Daniela Puhrsch, Tel. 0511/450 00 83-35, Jan Gildemeister, Tel. 0228/24 999-13, 0172/70 855 37                      
www.efef-weltwaerts.de/